Boykott Apartheid – Made in Israel

 

Aufruf zum akademischen Boykott

Oktober 2003,

Diese Erklärung legt die Position palästinensischer Wissenschaftler und Intellektueller zum internationalen Boykott israelischer wissenschaftlicher Institutionen dar. Unsere Position ist eine Folge jahrzehntelanger zermürbender Besatzung, Enteignungen der Mehrheit der Palästinenser, anhaltender israelischer Verbrechen, Zerstörungen palästinensischer Bildungsstätten und anderer ziviler Institutionen, vielfacher Verstöße gegen internationales Recht und humanitärer Standards sowie der allgemeinen, dem System innewohnenden Diskriminierung. Diese Praktiken sind in verschiedenen UN-Resolutionen und Berichten von Menschenrechtsorganisation umfassend dokumentiert und durch die in Israel und Palästina geschaffenen Tatsachen deutlich sichtbar.

Weil die Tatsachen für sich selbst sprechen, aber eine Lösung nirgendwo in Sicht ist, ist es Zeit für Menschen, die noch ein Gewissen haben, klar Position zu beziehen und die öffentliche Meinung und die Politik zu beeinflussen. Dies ist unabdingbar, denn die Mächtigen dieser Welt haben es versäumt, Maßnahmen zu ergreifen, die Israel, wie jeden anderen Staat, für seine Rechtsbrüche verantwortlich machen und es zwingen, internationale Normen einzuhalten. Da Israel dieser seiner Verantwortung nicht nachkommt, ist es die Pflicht eines jeden Bürgers, eigenständig zu handeln, damit Ungerechtigkeit aufgedeckt und Widerstand gegen sie geleistet werden kann. Der Boykott israelischer wissenschaftlicher Institutionen ist eine friedliche Form des Widerstands, wie er überall auf der Welt verfügbar ist und sich als zunehmend wichtig erwiesen hat. Der Boykott ist ein Ausdruck der Sorge über die kontinuierliche Zerstörung palästinensischer Bildungsinstitutionen; er soll vor der Weltöffentlichkeit die Mitschuld israelischer Bildungsinstitutionen an der Perpetuierung der illegalen Besatzung offenlegen. Mit diesem Boykott geht die Verpflichtung einher, keine Konferenzen, Forschungskooperationen, Forschungsanträge oder Forschungsevaluationen oder andere unterstützende Aktivitäten wie z.B. Austauschprogramme oder Besuche, soweit sie israelische Universitäten und andere staatliche Institutionen miteinbeziehen, zu unterstützen oder an ihnen teilzunehmen. Wir glauben, dass dieser internationale Boykott so lange aufrechterhalten werden sollte, bis Israel sich aus allen seit 1967 besetzten Gebieten (also auch aus Ost-Jerusalem) zurückzieht, alle seine Kolonien in diesen Gebieten entfernt, allen sich auf die Wiederherstellung palästinensischer Rechte beziehenden UN-Resolutionen zustimmt und sein Apartheidsystem auflöst. In der Zwischenzeit sind wir offen für den Dialog mit all jenen Menschen (in aller Welt und in Israel), die bereit sind, am Erreichen dieser Ziele mitzuwirken.

Wir fordern alle Wissenschaftler und Intellektuellen auf, nicht unbeteiligt zu bleiben oder sich durch ihr Schweigen zu Komplizen zu machen, sondern Stellung zu beziehen und solidarisch zu handeln mit den Palästinensern, mit den israelischen Dissidenten und mit der wachsenden internationalen Widerstandsbewegung gegen den von der israelischen Regierung im besetzten Palästina geführten Kolonialkrieg. Wir bitten Wissenschaftler und Intellektuelle in aller Welt dringend, diesen Boykott mitzutragen und diesen Aufruf zum Boykott öffentlich zu machen und ihm, als einem Akt des Gewissens, zuzustimmen.

http://www.academicsforjustice.org/petition

bds-info.ch | argumente | Aufrufe Artikel vom: 15 April 2006



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