Die Palästinensische Kampagne für akademischen und kulturellen Boykott (PACBI) fordert Kulturschaffende und Kultureinrichtungen weltweit auf, nicht mit kulturellen Institutionen aus Israel zusammenzuarbeiten und Einladungen zur Teilnahme an Veranstaltungen in Israel abzulehnen. Israelische Kultureinrichtungen sind Teil des ideologischen und institutionellen Rahmens, der Palästinenser_innen fundamentale Rechte abspricht. Seit einigen Jahren setzt Israel Kulturschaffende und kulturelle Produktionen gezielt ein, um von seiner aggressiven Politik gegenüber den Palästinenser_innen abzulenken und die Illusion eines toleranten Landes zu vermitteln.

Der kulturelle Boykott inspiriert sich an den Erfahrungen der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung. Im Gegensatz zur damaligen Strategie lehnt PACBI den Boykott individueller Kulturschaffender auf der Grundlage ihrer ethnischen, religiösen oder nationalen Identität sowie jegliche Zensur ab und unterstreicht das Recht auf Meinungsfreiheit. 

In der Schweiz haben sich aus Anlass des Festival Culturescapes Israel im Jahr 2011 und des Filmfestivals Locarno 2015 mit seiner Carte Blanche für Israel zahlreiche Kulturschaffende und Intellektuelle dem kulturellen Boykott Israels angeschlossen. Ähnliche Stellungnahmen gab es auch aus Protest gegen die wiederholten militärischen Aggressionen Israels im Gazastreifen oder im Libanon.

Beiträge zum Thema

  • Legitimer Protest – Plädoyer für einen kulturellen und akademischen Boykott Israels

    06.04.2018

    Der kulturelle und akademische Boykott Israels ist der wohl am meisten angefeindete und missverstandene oder falsch dargestellte Teil der BDS-Kampagne. In einem engagierten Buch, das jetzt auf Deutsch erschienen ist, gehen der in Israel geborene Filmemacher Eyal Sivan und die französische Produzentin Armelle Laborie auf verschiedene Facetten des Themas ein und analysieren die Verflochtenheit der israelischen Hochschulen, Kultur- und Forschungseinrichtungen mit dem Militär und anderen staatlichen Institutionen.

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  • Konzertabsage von Lorde hat nichts mit Antisemitismus zu tun

    11.01.2018

    Jan Kedves wirft in in der Süddeutschen Zeitung, dem Tagesanzeiger und dem Bund der Popsängerin Lorde vor, der „antisemitischen“ BDS-Bewegung aufgesessen zu sein. Er folgt mit dieser Verleumdung einer israelischen Kampagne mit dem Ziel, die BDS-Kampagne zu delegitimieren.
    Lorde hat ihr Konzert in Israel abgesagt, nachdem sie von neuseeländischen Menschenrechtsgruppen auf die BDS-Kampagne aufmerksam gemacht wurde.

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  • Zürich: Nick Cave, bitte spiel nicht in Tel Aviv

    14.11.2017

    BDS Zürich forderte Nick Cave vor seinem Konzert am 12. November 2017 im Zürcher Hallenstadion auf, seine Auftritte in Tel Aviv absagen. Eine internationale Kampagne bittet den Musiker, sich dem kulturellen Boykott Israels anzuschliessen.

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  • "Botschafterin Israels" Batsheva in Genf

    08.11.2017

    Das Genfer BDS-Kollektiv hat erfahren, dass die israelische Tanzkompanie Batsheva in Genf ihr Werk Last Work im kommenden Dezember aufführen wird. Batsheva wird vom israelischen Kulturministerium als "die vielleicht bekannteste globale Botschafterin der israelischen Kultur" angepriesen.

    Offener Brief zum Auftritt von Batsheva in Genf

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  • Schweizer Koch an Round Tables Tour in Tel Aviv

    08.10.2017

    Der Schweizer Starkoch Sven Wassmer nimmt an der Round Tables Tour 2017 in Tel Aviv teil. Eine internationale Kampagne fordert die Teilnehmer_innen diese kulinarischen Propagandaveranstaltung, die der Weisswaschung israelischer Völker- und Menschenrechtsverletzungen dient, auf, ihre Teilnahme abzusagen. BDS Schweiz hat sich deshalb mit einem Brief an den Koch des Restaurant 7132 Silver in Vals gewendet.

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  • Palästinensische Künstler_innen an Thom Yorke von Radiohead: „Kannst du uns hören?“

    17.07.2017

    Bis jetzt hält die britische Band Radiohead an ihren Plänen fest, am 19. Juli 2017 in Tel Aviv aufzutreten, und ignoriert alle Aufrufe zum Boykott. In einem Brief an Sänger Thom Yorke erinnern palästinensische Kulturschaffende, dass es nie zu spät ist, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen.

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