Netta Barzilai, Kulturbotschafterin für Israels Besatzungs- und Apartheidregime

06.11.2018

Categories: Kultur

Unverhohlen nutzt Israel Kultur als Propagandamethode, um das Besatzungsregime, den Siedlerkolonialismus und die Apartheid gegen das palästinensische Volk zu verschleiern, zu rechtfertigen oder davon abzulenken.

Der Aufruf von PACBI als Teil der BDS-Bewegung zum kulturellen Boykott Israels ist streng institutionell. Das heisst, er zielt auf israelische Institutionen ab, weil sie an der Unterdrückung der Palästinenser_innen durch Israel beteiligt sind. Die BDS-Bewegung, einschliesslich PACBI, ist in völkerrechtlichen Grundsätzen und den universellen Menschenrechte verankert und lehnt somit einen Boykott von Individuen aufgrund ihrer Identität (wie Staatsangehörigkeit, Rasse, Geschlecht oder Religion) oder ihrer Meinung grundsätzlich ab.

Wenn eine Person jedoch den Staat Israel oder eine an Menschenrechtsverletzungen mitschuldige israelische Institution vertritt oder angeworben/beauftragt wurde, Israel bei seinen «Rebranding»-Bemühungen zu unterstützen, unterliegen ihre Aktivitäten dem von der BDS-Bewegung geforderten institutionellen Boykott. Kulturelle Botschafter_innen sind nicht einfach bloss Individuen; sie sind offizielle Vertreter_innen des israelischen Besatzungs- und Apartheidregimes.

Als Eurovisionssiegerin für Israel ist Netta Barzilai eine Vertreterin Israels und kulturelle Botschafterin des Besatzungs- und Apartheidregimes. Sie wurde ganz offensichtlich rekrutiert, um Israel bei den Bemühungen, sich ein neues Image zu geben, zu unterstützen. Beide Aspekte machen ihre Auftritte zum Ziel von Boykotten, da sie Teil der Anstrengungen Israels sind, einen falschen Anschein der Normalität aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die Verletzungen der palästinensischen Menschenrechte und Völkerrechtsverletzungen zu verschleiern.

Am 14. Mai 2018, dem Tag, an dem Israel in Gaza 62 Palästinenser*innen, darunter sechs Kinder, massakriert hat, gab Netta Barzilai in Tel Aviv ein vom Bürgermeister veranstaltetes Festkonzert und liess verlauten: «Wir haben Grund zur Freude.»

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bezeichnete Barzilai als «die beste Botschafterin Israels» und betonte damit die Strategie der Rechtsaussen-Regierung, ihre Politik mit Kunst weisswaschen zu wollen.

Im Juli 2018 sagte Barzilai in einem Interview gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press: «Israel ist fantastisch. Hier gibt es fantastische Leute.» Sie fügte hinzu: «Wir sind sehr herzlich und lebendig und wir haben gute Werte … [, aber] wir machen schlechte PR (Öffentlichkeitsarbeit) in der Welt.»

Die israelischen Regierungsinstitutionen fördern regelmässig die Auftritte von Barzilai. Das israelische Konsulat in den USA förderte in North Carolina ein Konzert, die israelische Botschaft in Österreich fördert eine weitere Show in Wien.

Barzilai beteiligt sich auch am Pinkwashing-Programm der israelischen Regierung, der zynischen Nutzung von LGBTQI*-Rechten, um die anhaltende Leugnung der palästinensischen Menschenrechte zu verdecken. Sie trat auf der staatlich gesponserten Tel Aviv Pride und bei Pride-Events in ganz Europa auf, darunter in Köln, wo sich die israelischen Botschaft als Sponsor beteiligte. Im Rahmen einer Europatournee im November 2018 wird sie in Paris bei einer Veranstaltung auftreten, die von Eliad Cohen, von Papa Party und Arisa organisiert wird, die an der staatlichen Propaganda und dem Pinkwashing Israels beteiligt sind.

Im September 2018 trat Barzilai bei einer Veranstaltung in Deutschland auf, die von der quasi-staatlichen israelischen Institution Keren Hayesod-United Israel Appeal organisiert wurde.

Im August 2018 trat Barzilai bei der Geburtstagsfeier des anti-palästinensischen US-Milliardärs Sheldon Adelson auf, einem fanatischen Anhänger der rechtsextremen israelischen Regierung. Er ist einer der grössten Geldgeber für anti-palästinensische Organisationen in den Vereinigten Staaten und ein bedeutender Geldgeber für die israelischen Siedlungen.

Vor ihrem Eurovision-Sieg trat Barzilai bei der Zeremonie der Entzündung der Fackeln auf, mit der die offiziellen Feierlichkeiten zum 70-jährigen Jubiläum Israels eröffnet wurden, während die Palästinenser_innen 70 Jahre der Enteignung und Vertreibung seit der Nakba gedachten.

 

Quelle: Netta Barzilai, Cultural Ambassador for Israel’s Regime of Occupation and Apartheid
Übersetzung: Redaktion BDS-Kampagne.de

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